Ein Jahr „Fall Nawalny“: Rußland wartet immer noch auf Beweise vom Westen

Moskau. Noch immer nutzt die Bundesregierung den Fall des inhaftierten Kremlkritikers Nawalny als Vorwand für heftige Anwürfe gegen Rußland – was die ramponierten deutsch-russischen Beziehungen nicht voranbringt. Ein Jahr ist der mutmaßliche Giftanschlag auf Nawalny nun her, und noch immer gibt es keinerlei Beweis dafür, daß tatsächlich russische Stellen hinter der Vergiftung stecken. Das russische Außenministerium hat deshalb jetzt in einer Mitteilung erneut Beweise für eine Vergiftung Nawalnys mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok gefordert. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Zum ersten „Jahrestag“ des Falles behauptet das Ministerium, Deutschland und seine Verbündeten hätten damals eine Provokation vorbereitet, um Rußland in den Augen der Weltgemeinschaft in Verruf zu bringen.

Nawalny war am 20. August 2020 auf einem Flug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau ins Koma gefallen. Das Flugzeug legte wegen des Notfalls eine Zwischenlandung in Omsk ein. Dort wurde Nawalny ins Krankenhaus gebracht und später dann nach Deutschland ausgeflogen, wo er in der Berliner Charité behandelt wurde und wieder zu Bewußtsein und zu Kräften kam. Labors der deutschen Bundeswehr sowie in Frankreich, Schweden und bei der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) wollen daraufhin den Kampfstoff nachgewiesen haben. (mü)

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