Dritte-Welt-Land am Rhein: Nordrhein-Westfalen hat ein Problem mit maroden Brücken

Dritte-Welt-Land am Rhein: Nordrhein-Westfalen hat ein Problem mit maroden Brücken

Düsseldorf/Aachen. Sanierungsfall Deutschland: allein in Nordrhein-Westfalen sind sage und schreibe 873 Brücken „besonders sanierungsbedürftig“. Das bestätigt eine aktuelle Studie, die von den rheinischen Industrie- und Handelskammern in Kooperation mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen erstellt wurde. Die betroffenen Brücken befinden sich alle in Zuständigkeit des Bundes oder des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Durch die massive Sanierungsbedürftigkeit vieler Brücken im größten deutschen Flächenbundesland drohen nun verstärkt Verkehrschaos und ernste Folgen für die Industrie, warnt die Expertise.

Mehr als 6.000 Brückenbauwerke gibt es in NRW, davon entfallen auf Bundesstraßen 2.583 Brücken (97,5 Kilometer), auf Landstraßen 3.839 (79,2 Kilometer), auf Kreisstraßen 268 (4,5 Kilometer). Allein 873 Brücken in NRW gelten laut Bundesverkehrsministerium als „besonders sanierungsbedürftig“. Die rheinischen IHKs attestieren zudem 1.000 Brücken einen „bedenklichen Zustand“.

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Schon 2015 hieß es, fast alle Brücken in NRW müßten bis 2024 saniert werden – das wäre nächstes Jahr. Aber gerade einmal 64 Brücken wurden im vergangenen Jahr saniert, das heißt verstärkt, instandgehalten oder neu gebaut. Die Mammutaufgabe wurde generös verschleppt. Jetzt herrscht dringender Handlungsbedarf.

IHK-Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein befürchtet ein Desaster: „Mit diesem Wissen schlittern wir sehenden Auges in das nächste großflächige Verkehrschaos – im schlimmsten Fall mit Komplettsperrungen und Abriß der Bauwerke. Es muß sofort gehandelt werden – auf allen politischen Ebenen!“ Doch das dürfte auch weiterhin ein frommer Wunsch bleiben. (rk)

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