Drei Jahre Taliban-Herrschaft: Kein Job für Bartlose – und 21.328 zerstörte Musikinstrumente
Kabul. Ziemlich genau drei Jahre ist die erneute Machtübernahme der Taliban in Afghanistan inzwischen her. Während die Zwischenbilanz, die insbesondere westliche Länder ziehen, in der Regel ziemlich negativ ist, sehen das die Taliban selbst naturgemäß anders. Das afghanische Sittenministerium veröffentlichte jetzt einen Report und legte darin aufschlußreiche Zahlen vor.
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So entließ das Ministerium insgesamt 281 Sicherheitskräfte, die sich keinen Bart wachsen lassen wollten. Zudem seien im vergangenen Jahr über 13.000 Menschen wegen „unsittlicher Handlungen“ festgenommen worden. Aber: etwa die Hälfte der Festgenommenen sei nach 24 Stunden wieder freigelassen worden sei. Einzelheiten zu den vorgeworfenen Vergehen oder zum Geschlecht der Inhaftierten wurden nicht genannt.
Noch eine interessante Zahl, in diesem Fall von Mohibullah Mochlis, dem Direktor für Planung und Gesetzgebung des Sittenministeriums. Dieser erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz, daß im vergangenen Jahr 21.328 Musikinstrumente zerstört und Tausende von Computerbetreibern daran gehindert worden seien, „unsittliche und unethische“ Filme auf Märkten zu verkaufen. Musik gilt insbesondere den strengeren Glaubensrichtungen im Islam als „haram“, also verboten.
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Das Sittenministerium geht seiner Arbeit in den Räumlichkeiten des aufgelösten Frauenministeriums in Kabul nach. Für dieses besteht nach der Rückeroberung der Macht kein Bedarf mehr. Menschenrechtsorganisationen sowie die Vereinten Nationen werfen dem Ministerium Einschränkungen für Frauen und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit vor. Die Taliban selbst bezeichnen diese Vorwürfe als „grundlos“ und verweisen darauf, daß die Regeln ihrer Auslegung des islamischen Rechts und afghanischer Bräuche entsprächen. (mü)
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