Dieter Hallervorden meldet sich zum „Winnetou“-Streit: Goethes „Faust“ bald auch verboten?
Berlin. In der Diskussion um die skurrile Hetze gegen „Winnetou“ und Karl May hat sich jetzt auch der Kult-Komiker Dieter Hallervorden (86) zu Wort gemeldet. Er hält nichts von der „woken“ Bevormundung – und warnt davor, daß bald noch ganz andere Zeugnisse des deutschen Kulturerbes dem Bannstrahl der political correctness zum Opfer fallen könnten.
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„Ich glaube, wir leben in einer Art von Empfindsamkeitskult, bei dem uns andere Leute vorschreiben wollen, mit welchem Slalom wir angebliche Fettnäpfchen in Zukunft zu umrunden haben”, erklärte Hallvervorden jetzt. „Ich nehme es als Bevormundung.“
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Würde man dieser Logik folgen, müßte eigentlich auch Goethes „Faust” verboten werden, sagte Hallervorden. „Denn die Art, wie Faust sich an das Gretchen ranmacht, ist ja nicht nur nicht zeitgemäß, sondern geradezu frauenfeindlich.” Und bei Walt Disney: „Sprechende Enten – tut man da einer bestimmten Tiergattung nicht bitter unrecht?” Er könne nur jedem empfehlen, das Thema nicht ernst zu nehmen und sich „köstlich darüber zu amüsieren”.
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Um Winnetou, den berühmten Apachenhäuptling, eine Kunstfigur des Reise- und Jugendschriftstellers Karl May (1842 – 1912) tobt derzeit eine groteske Debatte, nach dem der Ravensburger Verlag die Auslieferung zweier Kinderbuch-Neuerscheinungen zum Thema gestoppt hatte. Der Verlag glaubte einräumen zu müssen, „daß wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben“. In der breiten Öffentlichkeit stößt diese Entscheidung eher auf Kopfschütteln und Unverständnis. (rk)
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