Die neue NATO-Front im Norden: Finnland will dem westlichen Militärbündnis beitreten
Helsinki/Brüssel/Moskau. Im neuen West-Ost-Konflikt wird jetzt die nächste Eskalationsstufe gezündet: Finnland will jetzt NATO-Mitglied werden. Das haben die finnische Regierungschefin Sanna Marin und Präsident Sauli Niinistö am Sonntag bekannt gegeben. Moskau sieht sich dadurch mit einer weiteren Konfrontation mit der NATO unmittelbar an der eigenen Grenze konfrontiert – die gemeinsame finnisch-russische Grenze erstreckt sich über eine Länge von rund 1300 Kilometern.
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Finnland war – als Folge des Zweiten Weltkrieges und der Niederlage Finnlands an der Seite Deutschlands – seit Jahrzehnten bündnisfrei. Lange galt (ähnlich wie im Falle Österreichs) ein Beitritt zum westlichen Militärbündnis als undenkbar. Doch im Zuge der aktuellen Auseinandersetzung zwischen Rußland und dem Westen schwinden offenbar letzte Vorbehalte – die NATO will sich im Norden ein weiteres Aufmarschglacis gegen Rußland eröffnen.
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Kremlchef Putin bezeichnete den geplanten NATO-Beitritt Finnlands in einem Telefonat mit Präsident Niiinistö am Samstag als „Fehler“. Von Rußland gehe keine Bedrohung für das Nachbarland aus, unterstrich Putin. Finnlands Abkehr von der traditionellen Neutralität werde zu einer Verschlechterung der bisher guten nachbarschaftlichen Beziehungen führen.
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Schon im Vorfeld hatte Moskau angekündigt, ein NATO-Beitritt Finnlands (und Schwedens, der ebenfalls auf der Tagesordnung steht) werde politische ebenso wie „militär-technische“ Reaktionen Rußlands nach sich ziehen. Als erste Maßnahme hat Rußland am Samstag seine Stromlieferungen an das Nachbarland eingestellt. (mü)
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