Die letzten AKWs gehen vom Netz: Riskant, umweltschädlich, unverantwortlich
Berlin. Am vergangenen Samstag endete in Deutschland eine Ära: die letzten drei deutschen Kernkraftwerke sind vom Netz gegangen. Die Strom-Lieferanten Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 wurden abgeschaltet – und das, obwohl Deutschland immer mehr Strom braucht und zudem CO2 einsparen will.
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Experten sind überzeugt: die AKW-Abschaltung ist überflüssig und gefährlich. So sieht es TÜV-Verbandschef Joachim Bühler. Er sagte der „Bild“-Zeitung: „Die drei Kernkraftwerke hätten bis Ende des Jahrzehnts weiterlaufen können.“ Die Kraftwerke befänden sich „in einem sehr guten Zustand“ und seien darauf ausgelegt, noch deutlich länger zu laufen, um Deutschland mit Strom zu versorgen. „Die drei Kernkraftwerke, die am 15. April abgeschaltet werden sollen, wurden 1988 und 1989 in Betrieb genommen und sind für eine Betriebsdauer von mindestens 40 Jahre ausgelegt.“ Heißt: bis mindestens 2028 oder 2029.
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Ein ebenso gewichtiges Argument: „Der Atomstrom, der nicht durch erneuerbare Energien gedeckt wird, muß durch Strom aus Kohle und Gas kompensiert werden – mit entsprechend schlechterer CO2-Bilanz.“
Vor allem aber: Deutschlands Strombedarf wird in den nächsten Jahren drastisch steigen: um fast 50 Prozent bis 2030. Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) will, daß bis 2030 80 Prozent des Stroms aus Sonne, Wind etc. hergestellt werden – fast doppelt so viel wie heute (46 Prozent). Statt zuletzt rund 238 Terawattstunden Ökostrom im Jahr müssen 2030 dann 580 Terawattstunden Ökostrom hergestellt werden. Das wäre eine Verdopplung in nur sieben Jahren. Ob das ohne die AKWs klappen kann, die jetzt abgeschaltet werden, steht in den Sternen: Energieversorgung als russisches Roulette. (st)
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