Die leise Stimme der Vernunft: Macron für mehr Autonomie von den USA

Die leise Stimme der Vernunft: Macron für mehr Autonomie von den USA
Flickr/U.S. Army Photo by Lacey Justinger, 7th Army Training Command/CC BY 2.0

Paris/Peking/Brüssel. In der EU tun sich neue Gräben auf. Denn der französische Präsident Macron hat sich auf seiner jüngsten China-Reise erneut für mehr strategische Autonomie der Europäer von den USA ausgesprochen – während die USA genau das nicht wollen. Auch Berlin geht verstärkt auf Konfrontationskurs mit Peking.

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Nach einem sechsstündigen Gespräch mit Chinas Staatschef Xi Jinping gab der französische Präsident Emmanuel Macron der US-Zeitung „Politico“ ein Interview. Macron fordert darin, Europa müsse seine Abhängigkeit von den USA reduzieren und vermeiden, in eine Konfrontation zwischen China und den USA hineingezogen zu werden. Wörtlich sagte Macron: „Das große Risiko ist, in Krisen hineingezogen zu werden, die nicht unsere sind und uns davon abhalten, unsere eigene strategische Autonomie aufzubauen.”

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Sowohl Xi als auch die Kommunistische Partei Chinas hatten zuvor Macrons Konzept der strategischen Autonomie Europas begrüßt. Macron erklärte: „Die Frage, die die Europäer beantworten müssen, ist, ob es in unserem Interesse ist, die Krise in Taiwan zu befeuern. Nein. Das Schlimmste wäre, wenn wir Europäer glauben, wir müßten uns von den USA die Stichworte in dieser Sache vorgeben lassen.“

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Allerdings steht Macron mit dieser Position in Europa zunehmend allein. Nicht nur die USA forcieren die Konfrontation mit Peking. Auch die Bundesregierung sieht die Eindämmung Chinas verstärkt als politische Aufgabe. So soll unter anderem die technologische Abhängigkeit Deutschlands von China reduziert und Übernahmen von deutschen Unternehmen durch chinesische Investoren erschwert werden. Das treibt Deutschland aber zwangsläufig tiefer in die Abhängigkeit von den USA. (mü)

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