Die Klügeren setzen sich ab: US-Ukrainehilfe bricht ein, Europäer zahlen mehr

Die Klügeren setzen sich ab: US-Ukrainehilfe bricht ein, Europäer zahlen mehr

Washington/Brüssel/Berlin. Ein überdeutliches Indiz dafür, wohin der Hase läuft: die westliche Militärhilfe für die Ukraine bricht deutlich ein. Laut der in Kiel ansässigen Plattform „Ukraine Support Tracker“ ist die zugesagte Hilfe für Kiew zwischen August und Oktober 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 90 Prozent zurückgegangen. In dieser Zeit seien Hilfszusagen von insgesamt 2,11 Milliarden Euro eingegangen, dies bedeute einen Tiefstand.

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„Unsere Zahlen bestätigen den Eindruck einer zögerlicheren Haltung der Unterstützer in den vergangenen Monaten“, stellt Christoph Trebesch fest, Leiter des Teams, das den „Ukraine Support Tracker“ erstellt. Die Ukraine sei zunehmend von einigen wenigen „Kerngebern“ abhängig, zu denen etwa Deutschland, die USA oder die nordischen Länder zählten.

Aber: während neue Hilfen und Hilfszusagen aus den USA massiv zurückgehen, wird die Ukraine-Unterstützung für die Europäer immer teurer: die EU-Länder haben nach Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (ifw) die USA inzwischen überholt. Zwischen August und Oktober haben die EU-Länder demnach 780 Millionen Euro für schwere Waffen zugesagt, gegenüber 500 Millionen Euro von den USA.

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„Neue Zusagen Deutschlands und der nordischen Länder seit August 2023 stützen diesen Trend, insbesondere durch neue Patriot- und IRIS-T-Flugabwehrsysteme aus Deutschland und 19 F-16-Kampfflugzeuge aus Dänemark“ heißt es weiter.

Der größte Geber von Militärhilfe seien nach wie vor die USA mit einem Gesamtvolumen von 44 Milliarden Euro. Deutschland hole jedoch mit militärischen Zusagen in Höhe von mehr als 17 Milliarden Euro rasch auf. Dieser Trend belegt, daß sich jenseits des Atlantiks längst eine realistische Einschätzung des Kriegsverlaufs durchsetzt, während insbesondere in Deutschland nach wie vor Ideologen das Sagen haben. (mü)

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