Deutschland auf Katastrophen-Kurs: Erstmals wieder Sirenen-Alarm

Berlin. Das hat es in Deutschland lange nicht mehr gegeben – am 10. September sollen nun erstmals wieder bundesweit die Sirenen heulen. Das sieht der sogenannte „erste Katastrophen-Warntag“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unger, sieht die lautstarke Übung auch als Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung für mögliche Katastrophen-Szenarien. Dem Magazin „Focus“ gegenüber erklärte er jetzt: „Die Deutschen vertrauen sehr stark darauf, daß der Staat immer zur Hilfe kommt.“ So hätten die wenigsten Menschen Vorräte für zehn Tage zuhause, wie es sein Bundesamt empfiehlt. Wer keine Reserven daheim habe, der kaufe dann panisch Klopapier wie zu Hochzeiten der Corona-Krise, so Unger.

Aus diesem Grund soll es nun am 10. September den ersten bundesweiten Warntag seit Ende des Kalten Krieges geben. An diesem Tag würden die unterschiedlichsten Warnmittel wie Sirenen, Apps aber auch digitale Werbetafeln ausgelöst, sagt Unger. Er ist überzeugt, daß sich Katastrophenfälle künftig häufen werden – die Menschen müßten für den Notfall vorsorgen.

Sein BBK unterstützt es, wenn Menschen Vorräte anlegen und sich auf Katastrophen-Szenarien vorbereiten. Er wolle zwar keine Panik schüren, aber: „Wir dürfen die Menschen nicht einlullen.“ Momentan sei er noch nicht zufrieden mit seinen Landsleuten, läßt Unger durchblicken – zeigt sich aber zuversichtlich, daß die Corona-Krise das Krisenbewußtsein der Deutschen schärft: „Wir wünschen es uns, und wir arbeiten dafür.“ (se)

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