Der BND schlief: Hätte der Dresdner Messermord verhindert werden können?

Berlin/Dresden. Der Messerangriff in Dresden, bei dem am 4. Oktober ein Mann tödlich verletzt worden war, hätte vermutlich verhindert werden können, wenn der BND ausländische Warnungen über den Täter, den 20jährigen Syrer Abdullah al-H. H., rechtzeitig an die sächsische Polizei weitergeleitet hätte. Nach Recherchen von WDR, NDR und SZ blieb die Information aber liegen und wurde nicht nach Sachsen weitergeleitet. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Schon im vergangenen August hatte der BND demnach einen Hinweis eines Partnerdienstes erhalten – mit der Warnung, daß der junge Syrer möglicherweise in die Planung eines Terroranschlags verwickelt sei.

Bei dem Hinweis, den der BND erhalten hatte, soll es in erster Linie um eine Syrerin gegangen sein, die als Asylbewerberin in Dresden lebt. Die Frau sei Anhängerin der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und habe mehrere Personen für einen Anschlag in Deutschland angeworben, so die Warnung. Einer der Terrorrekruten soll Abdullah al-H. H. gewesen sein. Zwei weitere Kontaktleute sollen mittlerweile identifiziert worden sein.

Beim BND soll die Information zunächst mit großem Interesse aufgenommen worden sein. Statt den Hinweis direkt an den Verfassungsschutz oder Landesbehörden in Sachsen weiterzuleiten, soll die Angelegenheit dann aber mehr oder weniger unbearbeitet geblieben sein. Die BND-Mitarbeiterin soll den Hinweis nicht auf Wiedervorlage gelegt haben. Und weil die Warnung auch nicht in den Sitzungen des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums (GTAZ) in Berlin zu Abdullah al-H. H. besprochen worden war, erfuhren die anderen Behörden davon auch nichts. (rk)

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