Den Nachbarn anonym denunzieren? Ein Drittel der Deutschen würde mitmachen

Berlin. So hat die Stadt Essen erst kürzlich ein anonymes Meldeportal zum Denunzieren vermeintlicher Verstöße gegen die Corona-Vorschriften eingerichtet. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Jetzt zeigt eine Umfrage des Instituts Civey für FOCUS Online, inwieweit die Deutschen bereit wären, sich für Spitzeldienste einspannen zu lassen: eine Mehrheit (64,8 Prozent) kann sich zwar nicht vorstellen, die eigenen Nachbarn bei den zuständigen Behörden zu melden. Immerhin mehr als ein Fünftel, nämlich 22,3 Prozent, könnte sich genau das aber sehr wohl vorstellen und würde die Nachbarn im Falle eines Verstoßes anschwärzen.

In den neuen Bundesländern, wo die Erfahrung mit der letzten Diktatur auf deutschem Boden noch vergleichsweise frisch ist, lassen sich die Bürger dabei nicht so einfach von der Politik gegeneinander ausspielen – hier würden über 70 Prozent einen Corona-Verstoß des Nachbarn nicht melden. Und während 24 Prozent der westdeutschen Befragten Zuwiderhandlungen während des Lockdowns melden würden, können sich das im Osten nur 14 Prozent vorstellen.

Gäbe es eine anonyme Möglichkeit, die Nachbarn bei Regelverstößen zu melden, würden sich deutlich mehr Befragte für eine Einschaltung der Behörden entscheiden. So fragt eine weitere Umfrage des Instituts Civey: „Fänden Sie es richtig oder falsch, wenn es bundesweit die Möglichkeit gäbe, Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen anonym online zu melden?“ Fast 58 Prozent votierten mit „eindeutig falsch“ oder „eher falsch“, 33,1 Prozent der Befragten wären allerdings dafür. (st)

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