Das rasche Ende der Freiwilligkeit: Bundeswehr braucht eine Million Reservisten
Berlin. Die Politik redet nicht viel drumherum: die Freiwilligkeit bei der Wiedereinführung der Wehrpflicht wird nicht von langer Dauer sein. Dieser Tage bekräftigte Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) seine Absicht, noch 2025 einen neuen Wehrdienst nach schwedischem Vorbild einzuführen. Zunächst solle dieser auf Freiwilligkeit beruhen, doch ließ der Minister durchblicken, daß dies nicht dauerhaft garantiert sei. „Es braucht Männer und Frauen, die bereit sind, Verantwortung für unser aller Sicherheit zu übernehmen“, sagte er im Bundestag.
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Diese Einschätzung teilt Generalmajor Andreas Henne, Kommandeur der Heimatschutzdivision. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte er: „Für den Schutz verteidigungskritischer Infrastruktur brauche ich einfach mehr Soldatinnen und Soldaten, als ich zur Zeit bekommen kann.“ Um dies zu erreichen, werde Deutschland „auch Pflichtelemente in den Wehrdienst einführen müssen“.
Das schwedische Modell, 2017 unter der sozialdemokratisch-grünen Regierung Löfven I eingeführt, sieht vor, daß junge Schweden ab 18 Jahren einen Online-Fragebogen ausfüllen. Darin werden Motivation, Fähigkeiten und Interesse an den Streitkräften abgefragt. Basierend auf den Antworten werden geeignete Kandidaten zur Musterung eingeladen und später ausgewählt. Ziel ist es, gut ausgebildete Reservisten zu gewinnen, die regelmäßig an Übungen teilnehmen.
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Auch die Bundeswehr benötigt dringend mehr Reservisten. Generalinspekteur Carsten Breuer sagte der „Welt am Sonntag“, bis 2030 würden rund 100.000 zusätzliche Reservisten gebraucht. Derzeit verfüge die Truppe über etwa 34.000, während der Bedarf für den Reserveauftrag bei 60.000 liege. Die Zielmarke von 200.000 aktiven Soldaten sei ohne Wehrdienst kaum erreichbar, so Breuer: „in welcher Form auch immer“.
Patrick Sensburg, Vorsitzender des Reservistenverbands, geht noch weiter: „Für eine echte Verteidigungsfähigkeit bräuchte es 300.000 aktive Soldaten und dreimal so viele Reservisten. Im Ergebnis also fast eine Million Reservisten.“ Ohne eine „echte“, für alle verbindliche Wehrpflicht wird diese Marke kaum zu erreichen sein. (he)
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