Dank der Lockdown-Politik: Die Pleitewelle nimmt Fahrt auf

Berlin. Das war lange erwartet: die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland steigt sprunghaft an. Im ersten Halbjahr 2021 gab es rund 46.000 Fälle, wie die Auskunftei Creditreform meldet. Das ist ein Plus von fast 63 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Creditreform spricht von einem „Dammbruch bei den Anträgen“. Bis Jahresende wird mit bis zu 110.000 Fällen gerechnet. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Hintergrund ist vor allem die seit über einem Jahr anhaltende Corona-Krise. Kündigungen und Kurzarbeit sorgen für eine steigende Überschuldung privater Haushalte. Zum anderen hat aber auch eine neue Rechtslage zu dem Anstieg beigetragen: das Ende Dezember vom Bundestag beschlossene „Gesetz zur weiteren Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens“. Dieses ist mit verschiedenen Erleichterungen für Verschuldete verbunden.

„Seit Jahresbeginn kommt es zu einem Run auf die Amtsgerichte“, beschreibt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter Wirtschaftsforschung bei Creditreform, die Situation. Und der könnte sich weiter fortsetzen. 2020 haben sich rund 588.000 Menschen wegen finanzieller Probleme an die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland gewandt, meldet das Statistische Bundesamt.

Aber auch auf die Unternehmen kommen stürmische Zeiten als Corona-Folgelast zu. Zwar ist die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen derzeit um 1,7 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Für die kommenden Monate rechnen die Experten aber auch für Unternehmen, vor allem kleinere und mittlere, mit einem Anstieg der Pleiten. (se)

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