Corona und die Kollateralschäden: Zahl der Selbstmordversuche schnellt nach oben
Berlin. Während die Zahl der am Corona-Virus Verstorbenen auch im zweiten „Lockdown“ mehr als überschaubar bleibt, sind die Kollateralschäden offenbar erheblich. Darauf weist eine Antwort des Berliner Senats auf eine Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe (vormals FDP) hin. Demnach häufen sich in Berlin nämlich die Fälle von versuchtem Selbstmord – und zwar ausgerechnet seit Beginn des ersten „Lockdwon“ im April. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Der Senat beruft sich auf Fallzahlen der Feuerwehr, die einen dramatischen Anstieg von Selbstmordversuchen belegen. Waren es 2018 noch sieben Einsätze und 2019 drei, kletterten die Fallzahlen für 2020 auf 294 Einsätze – und das nur bis Oktober. Die höchsten Zahlen fielen im August und September an.
Eine vergleichbare Entwicklung wird im übrigen auch aus den USA gemeldet. Demnach befürchten US-Wissenschaftler laut einem „Tagesschau“-Bericht, „daß in den nächsten Jahren bis zu 75.000 Amerikaner zusätzlich entweder durch Alkohol- oder Drogenmißbrauch oder durch Suizid ums Leben kommen werden“.
Jack Westfall, Direktor des Robert Graham Center in Washington, berichtete in einem Skype-Interview der ARD, daß Jobverlust und damit verbundene Existenzängste am häufigsten zu Suizid führten. „Der zweite Faktor ist die tiefgreifende soziale Isolation.“ Dies habe es in der Form noch nie gegeben, nicht in den USA „noch sonst irgendwo“. Die soziale Isolation rufe psychische Störungen hervor und begünstige Suizid und Drogenmißbrauch enorm. (rk)
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