Bundeswehr: Immer mehr Kriegsdienstverweigerer

Bundeswehr: Immer mehr Kriegsdienstverweigerer
Pixabay/gemeinfrei

Berlin. Immer mehr Deutsche beantragen ihre Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer und signalisieren damit, daß sie nicht die Absicht haben, ihren Mann zu stehen und in der deutschen Armee zu dienen. Beim zuständigen Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) wurden bis Ende Juni dieses Jahres bereits 1.363 Anträge registriert, wie eine Sprecherin mitteilte. Zum Vergleich: im gesamten Vorjahr waren es 2.241 Anträge, 2023 lag die Zahl bei 1.079 und 2022 bei 951.

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Michael Schulze von Glaßer, politischer Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFGVK), wertet diesen Anstieg als deutliches Signal: „Die steigende Zahl der Kriegsdienstverweigernden zeigt die berechtigte Sorge vieler Menschen vor einem neuen Zwangsdienst. Es ist ein klares Zeichen gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht.“

Hintergrund ist die aktuelle Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht, die 2011 ausgesetzt, aber nicht abgeschafft wurde. Während Verteidigungsminister Boris Pistorius einen freiwilligen Wehrdienst favorisiert, gehen Teile der Union bereits darüber hinaus und fordern eine verpflichtende Lösung. Unabhängig davon bleibt das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes bestehen, wie das BAFzA betont. (rk)

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