Bundesregierung will jetzt auch Kampfflugzeuge an die Ukraine liefern: Russischer Botschafter warnt

Bundesregierung will jetzt auch Kampfflugzeuge an die Ukraine liefern: Russischer Botschafter warnt

Moskau/Berlin. Rußland hat seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine auswärtige Mächte immer wieder eindringlich von einer Einmischung gewarnt. Allerdings hat Moskau seine Drohungen bisher nie wahrgemacht.

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Jetzt zeichnet sich mit der Liefergenehmigung für ehemalige deutsche MiG-29-Kampfflugzeuge, die Polen an die Ukraine übergeben möchte, erneut eine Eskalation ab. Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hat in einem Gespräch mit der Moskauer Zeitung „Iswestija“ eindringlich vor einem solchen Schritt gewarnt. Es seien schon jetzt alle möglichen ‚roten Linien‘ überschritten worden.

Wörtlich sagte der Botschafter: „Wir haben die Erklärung der deutschen Regierung über die Ablehnung gegenüber der Idee, Kampfflugzeuge an Kiew zu liefern, gehört. Tatsache ist jedoch, daß die Liste der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine ständig erweitert wird. Berlin ist von der Lieferung von Helmen dazu übergegangen, das Kiewer Regime mit modernen tödlichen Waffensystemen vollzupumpen, u.a. mit Kampfpanzern, Haubitzen, Mehrfachraketenwerfern und Flugabwehrkanonen. Für deren Reparatur und Wartung werden Logistik- und Servicezentren in Drittländern eingerichtet. Die Bundesregierung hat in ihrem Bestreben, Rußland eine ‚strategische Niederlage‘ zuzufügen, längst alle möglichen ‚roten Linien‘ überschritten. Wir haben also diesbezüglich keine Illusionen.“

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Netschajew kommentierte in dem Interview auch Äußerungen des ungarischen Präsidenten Orbán, wonach EU- und NATO-Staaten erwägen, „Friedenssoldaten“ in die Ukraine zu entsenden, um die Konfliktparteien zu trennen. Insbesondere Polen macht sich seit Monaten für ein Eingreifen in der Ukraine stark.

Botschafter Netschajew rät Deutschland im Gespräch mit der „Iswestija“ dringend von der Beteiligung an einem solchen Vorhaben ab: „Die Entsendung von Truppen wäre gleichbedeutend damit, Deutschland in einen bewaffneten Konflikt mit Rußland zu ziehen.“

Netschajew glaubt aber, daß Berlin „zumindest zu diesem Zeitpunkt“ eine solche Eskalation zu vermeiden versuche. Im übrigen halte er es für unwahrscheinlich, daß die deutschen Wähler solchen Plänen zustimmen würden. „Es ist einfacher, mit den Händen anderer Menschen zu kämpfen“, fügte der Botschafter an. (mü)

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