Bundesregierung in der Klemme: Ohne russisches Gas droht der Industrie Stillstand

Bundesregierung in der Klemme: Ohne russisches Gas droht der Industrie Stillstand

Stuttgart. Entgegen ihrer politischen Generallinie zögert die Bundesregierung derzeit noch, russische Energielieferungen nach Deutschland komplett zu kappen. Das ist kein Wunder – zu groß ist die deutsche Abhängigkeit von russischem Öl und Gas. Vor allem aus der Industrie kommen anhaltende Warnungen vor drastischen Importstopps.

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Die jüngste Wortmeldung steuert der neue Bosch-Chef Stefan Hartung bei. Er sagte dem „Handelsblatt“ jetzt: „Fakt ist: Wir brauchen Gas für die Produktion.“

Insbesondere die Halbleiterproduktion benötige zwingend Energiesicherheit. „Wenn Deutschland einseitig auf russische Gaslieferungen verzichtet, brechen nicht nur bei Bosch hochrelevante Elemente der Lieferkette weg. Ich bin daher entschieden dafür, vorerst nicht auf Gaslieferungen zu verzichten“, erklärte Hartung. Bliebe das Gas bei einem Lieferstopp aus, „könnten wir nicht wieder anfahren, mit allen Folgen.“ Damit fiele die industrielle Grundlage unseres Wirtschaftsstandorts weg, „und das nicht nur für ein paar Monate“.

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Ökonomen der Hans-Böckler-Stiftung rechnen bei einem Lieferstopp mit einem größeren Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Leistung als im Corona-Krisenjahr 2020. Im schlimmsten Szenario, in dem die Energiekosten infolge eines Embargos rasant steigen, ergebe sich für das Jahr 2022 ein „Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um mehr als sechs Prozent“, heißt es in einer Sonderanalyse des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Stiftung. (mü)

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