Budapest verbittet sich Belehrungen aus Kiew: „Keine Beleidung Ungarns, bitte!“

Budapest verbittet sich Belehrungen aus Kiew: „Keine Beleidung Ungarns, bitte!“

Budapest/Kiew. Während sich Deutschland von Vertretern der Ukraine immer dreister auf der Nase herumtanzen läßt, verwahrt sich Ungarn mit Nachdruck gegen allzu aufdringliche Belehrungsversuche aus Kiew. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte in den letzten Tagen wiederholt versucht, den eben erst wiedergewählten ungarischen Präsidenten Orbán auf seine Seite zu ziehen, und hatte Ungarn in diesem Zusammenhang wegen seiner neutralen Haltung deutlich kritisiert. Orbán verwahrt sich unter anderem dagegen, daß NATO-Transporte zur Unterstützung der Ukraine durch ungarisches Gebiet geführt werden.

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Budapest ist nicht bereit, sich die Bevormundung aus Kiew bieten zu lassen. Die ungarische Regierung bestellte deshalb die ukrainische Botschafterin Ljubow Nepop ein – in Diplomatenkreisen ein unmißverständliches Zeichen der Mißbilligung.

Der ungarische Außenminister Szijjártó erklärte dazu: „Es ist Zeit, daß die ukrainischen Führer mit der Beleidigung Ungarns aufhören.“

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Ungarn läßt sich unterdessen in seinem außenpolitischen Kurs nicht irremachen. Das Land fährt in der Ukraine derzeit die größte humanitäre Hilfskampagne seiner Geschichte. Aus dem Krieg will sich Ungarn aber konsequent heraushalten. Am 15. März, dem ungarischen Nationalfeiertag, hatte Orbán erklärt: „Manche Länder erreichen ihre Ziele mit Kriegführung, aber wir wissen, daß der beste Krieg ein vermiedener Krieg ist.“ Rußland und die Ukraine könnten über ihre eigenen Interessen entscheiden, aber: „Die USA und Brüssel können nicht mit einem ungarischen Kopf denken und nicht mit einem ungarischen Herz fühlen.“

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Für zusätzliche Verstimmung im Westen dürfte Orbán auch mit seiner Ankündigung gesorgt haben, er sehe kein Problem darin, die ungarischen Gasimporte aus Rußland künftig in Rubel zu bezahlen. Die westlichen Regierungen wehren sich hiergegen mit Händen und Füßen, weil sie den russischen Rubel nicht durch Rubel-Ankäufe stärken wollen. (mü)

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