Bremer Wirtschaftssenatorin warnt vor zweitem Lockdown: „Das würden viele Betriebe nicht überleben“

Bremen. Selbst in den Reihen der etablierten Parteien wächst die Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung. Jetzt hat die Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz, Bremens Ressortchefin Kristina Vogt (Linke), vor den verheerenden Folgen eines zweiten „Lockdown“ gewarnt. Die Folgen wären kaum abschätzbar und würden zu langfristigen Problemen führen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Für spätestens Anfang kommenden Jahres, wenn die Insolvenz-Anmeldepflicht wieder gilt, rechnet die Bremer Wirtschaftssenatorin mit einer Welle von Firmenpleiten. „Hier brauchen wir einen klaren Blick auf die Realitäten. Und das heißt für mich, daß wir damit umgehen müssen, daß es nicht jedes Unternehmen schaffen wird, unbeschadet durch die Krise zu kommen“, sagte Vogt dem „Handelsblatt“. „Das gilt insbesondere für Betriebe, die schon vor Corona in Schwierigkeiten waren.“

Vogt warnt zugleich vor einem möglichen zweiten Lockdown. „Das würden viele Betriebe nicht überleben“, sagte sie. Wie der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, sei auch sie davon überzeugt, „daß die Folgen kaum absehbar wären und zu langfristigen Problemen führen würden“. Um ein nochmaliges Herunterfahren der Wirtschaft zu verhindern, sollte man bei einer neuen Problemlage „viel differenzierter“ reagieren.

„Wenn das Infektionsgeschehen durch wilde Partys oder Reisen steigt, dann brauchen wir nicht das Einkaufen im Einzelhandel verbieten“, sagte die Wirtschaftssenatorin. „Wir müssen nicht die Gastronomie schließen, wenn die Menschen sich auf der Straße oder im ÖPNV infizieren, weil sie ohne Abstand und Maske unterwegs sind.“ (ts)

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