Bonner Professor: „Halte ukrainischen Sieg für eine Illusion“

Bonner Professor: „Halte ukrainischen Sieg für eine Illusion“

Bonn. Der Bonner Soziologie-Professor Erich Weede warnt vor Maximalerwartungen im Ukraine-Krieg und kritisiert in diesem Zusammenhang insbesondere deutsche Politiker wie Bundesaußenministerin Baerbock (Grüne), die auf einen Sieg der Ukraine setzten. Das sei unrealistisch. „Ich halte einen ukrainischen Sieg für eine Illusion“, sagt Weede in einem aktuellen Interview und warnt vor einer möglichen Eskalation, sollte Rußland tatsächlich in die Enge getrieben werden. „Diese Situation kann man sich nicht wünschen.“

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Realistischer wäre es in Weedes Augen, sich an einer Waffenstillstandsregelung etwa entlang der heutigen Frontlinie zu orientieren, wobei für Kremlchef Putin „die Krim sowie die Volksrepubliken Lugansk und Donezk, die er schon im Januar hatte, und eine Landbrücke zur Krim“ die minimalen Kriegsziele seien. „Wahrscheinlich ist, daß Putin die vier annektierten Gebiete zur Gänze unter seine Kontrolle bringen will, und ich sehe nicht, wie der Westen das ohne das Risiko eines nuklearen Einsatzes verhindern kann“, gibt Weede zu bedenken.

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Für abwegig hält der Wissenschaftler, der von 1978 bis 1997 Professor für Soziologie an der Universität Köln war, daß Rußland einen Überfall auf NATO-Mitglieder wie Polen oder die baltischen Länder plane. „Ich habe nicht die Befürchtung, daß Putin aus einem Sieg in der Ukraine schließt: Das war der erste Schritt, dann kommt das Baltikum.“ (mü)

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