Bildungsalarm in Niedersachsen: Bis zu 100 % Migrantenanteil an Schulen

Bildungsalarm in Niedersachsen: Bis zu 100 % Migrantenanteil an Schulen
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Hannover. Die jüngsten Äußerungen von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) zur möglichen Einführung einer Obergrenze für Schüler mit Migrationshintergrund haben einen neuralgischen Punkt des deutschen Bildungssystems getroffen. Während die Ministerin in einer „Welt-TV“-Diskussion über „denkbare Modelle“ mit Grenzwerten von „30 Prozent oder 40 Prozent“ spekulierte, zeigi die Realität an niedersächsischen Schulen vielfach bereits ein weitaus dramatischeres Bild: an vier allgemeinbildenden Schulen überschreitet der Migrantenanteil die 90-Prozent-Marke – die Grundschule Heiligenweg in Osnabrück führt die traurige Liste mit 97,9 Prozent an.

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Diese Zahlen gehen aus einer AfD-Anfrage aus dem Jahr 2023 hervor, die jetzt erneut an Aktualität gewinnt. Demnach verzeichneten im Schuljahr 2022/23 neben der Osnabrücker Vorzeitschule auch die Oberschule Ricklingen in Hannover (97,4 %), die Grundschule Mühlenberg in Hannover (95,1 %) und die Gertrudenschule in Lohne (90,7 %) extrem hohe Quoten. Landesweit weisen 31 Schulen – darunter 21 Grundschulen – einen Migrantenanteil von über 75 Prozent auf. An 231 Schulen stellen Kinder mit Migrationshintergrund bereits die Mehrheit, während 2.216 Schulen (von insgesamt 2.718) noch unter der 35-Prozent-Schwelle bleiben – jener Marke, die Prien als mögliche Obergrenze ins Spiel brachte.

Der fraktionslose Landtagsabgeordnete Jozef Rakicky hat nun mit einer neuen Kleinen Anfrage die Landesregierung in die Pflicht genommen. Seine Forderung nach aktuellen Zahlen zu Kommunen mit „überdurchschnittlich hohem“ Migrantenanteil wird vom Kultusministerium derzeit bearbeitet – eine Antwort steht noch aus.

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Die bereits vorliegenden Zahlen lassen aber eine ungute Spaltung erkennen: während Grundschulen mit nur 20 Prozent Migrantenkindern vergleichsweise „homogen“ bleiben, überschreitet jede zweite Haupt- und Realschule diesen Wert. Gymnasien bilden mit fast durchgängig niedrigen Quoten eine eigene Kaste. Und: seit der erstmaligen Erhebung im Schuljahr 2019/20 hat sich die Situation deutlich zugespitzt . Die Debatte um Obergrenzen, die Bundesbildungsministerin Prien losgetreten hat, kommt damit reichlich spät – und ändern wird sie aller Erfahrung nach rein gar nichts. (rk)

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