Biden in Baerbocks Fußstapfen: Der Ruf nach einem neuen Kandidaten wird lauter

Biden in Baerbocks Fußstapfen: Der Ruf nach einem neuen Kandidaten wird lauter

Washington. Man kann schwer an ein spontanes Desaster denken. Die Rede ist vom blamablen Auftritt des amtierenden US-Präsidenten Joe Biden im ersten TV-Duell gegen seinen Herausforderer Donald Trump. Eigentlich hatte der 81jährige – ist aus dem Weißen Haus zu hören – die Gelegenheit nutzen wollen, um alle Zweifel an seiner Eignung für das Präsidentenamt aus der Welt zu schaffen.

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Doch der Schuß ging nach hinten los. Biden verhaspelte sich immer wieder, sprach undeutlich, leise und mit rauher, angegriffener Stimme.

Das amerikanische Publikum, aber selbst die beiden rivalisierenden Parteien sind sich einig wie selten: Sieger nach Punkten war Donald Trump. Eine Schnell-Umfrage des Senders CNN sieht Trump eindeutig als Gewinner. Demnach votierten nur 33 Prozent für Amtsinhaber Biden. Laut der „Washington Post“ räumte selbst Bidens Wahlkampfteam intern ein, daß der US-Präsident eine außerordentlich dürftige Performance ablieferte und, schlimmer noch, daß sein Auftritt seine Kandidatur beschädigt habe.

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Jetzt werden die Stimmen lauter, die Biden als möglichen Präsidentschaftskandidaten offen in Frage stellen. „Biden ist erledigt“, wird Jay Surdukowski, ein Anwalt und demokratischer Aktivist aus New Hampshire, in US-Medien zitiert. In der Partei macht sich Panik breit – weshalb viele den Verdacht haben, die blamable Darbietung sei kein Zufall gewesen. Vielmehr sei Biden bewußt „verheizt“ worden, um noch rechtzeitig vor der offiziellen Nominierung der Kandidaten einen Ersatzmann ins Rennen schicken zu können. „Biden wird sich einem Crescendo von Rücktrittsforderungen gegenübersehen“, ließ ein demokratischer Parteistratege die „New York Times“ wissen.

Die Hatz hat schon begonnen. „Leute, die Demokraten sollten jemand anderen nominieren – bevor es zu spät ist“, gab Andrew Yang, ein demokratischer Präsidentschaftskandidat für 2020, auf der Plattform X zu Protokoll. Auch der Journalist und Demokrat Nicholas Kristof schrieb: „Ich wünschte, Biden würde über seine Leistung bei der Debatte nachdenken und dann seine Entscheidung bekannt geben, aus dem Rennen auszusteigen und die Wahl des demokratischen Kandidaten dem Parteitag zu überlassen.“

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Allerdings: auch ein Ersatzmann hätte in den verbleibenden Monaten bis zur Wahl kaum Chancen, noch nennenswert beim Wähler zu punkten. Viele Beobachter kommen deshalb zu dem Schluß, daß es eigentlich längst zu spät ist – und daß die Wahl im November für die Demokraten praktisch schon verloren ist. Das Magazin „Forbes“ geht denn auch davon aus, daß die Demokraten im November eine schallende Niederlage kassieren werden. (mü)

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