Berliner Wohnungsbaugesellschaften wollen „gesunde Mischung“: Eine arabische Familie ist genug

Berlin. Es gibt einen neuen „Rassismus“-Skandal. Im Fokus steht dabei eine Berliner Wohnungsbaugesellschaft. Deren Hausverwaltung „Stadt und Land“ möchte als Nachmieter für eine 71-Quadratmeter-Wohnung im Berliner Stadtteil Altglienicke keine arabische Familie haben – pro Aufgang dürfe es nur eine arabische Familie geben, und im fraglichen Aufgang gebe es bereits eine. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Bei der Hausverwaltung will man von dieser Vorgabe nichts wissen, man distanziere sich „deutlich“ von der Aussage, die unter Mietern kursiert und „welche nicht unserer Vermietungspraxis entspricht. Selbstverständlich gibt es keine festgelegten Obergrenzen für bestimmte Nationalitäten in unseren Häusern“, teilte das Unternehmen mit. Man halte sich an die gesetzlichen Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).

Allerdings: die städtische Wohnungspolitik setzt auf „sozial durchmischte“ Quartiere. Diese Vorgabe läßt eine unterschiedliche Behandlung von Wohnungssuchenden durchaus zu, und wörtlich heißt es: „Bei der Vermietung von Wohnraum ist eine unterschiedliche Behandlung im Hinblick auf die Schaffung und Erhaltung sozial stabiler Bewohnerstrukturen und ausgewogener Siedlungsstrukturen sowie ausgeglichener wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Verhältnisse zulässig.“

Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz heißt es sogar ausdrücklich: „Aus dieser Ausnahme ergibt sich, daß Ungleichbehandlung bei der Vergabe von Wohnraum unter bestimmten Bedingungen nicht nur zulässig, sondern auch wünschenswert ist, um etwaige Nachteile von bestimmten Personengruppen auszugleichen.“

Die Sprecherin einer der Berliner Wohnungsbaugesellschaften erklärt Medien gegenüber, daß es dabei auch um Fragen der ethnischen Zusammensetzung der Mieterschaft geht: „Oft wollen Wohnungssuchende in ein ganz bestimmtes Wunschhaus, aber wenn beispielsweise eine türkische Familie in ein Haus will, wo bereits viele türkischstämmige Mieter wohnen, bieten wir eine Alternative an.“

Deshalb ist der angebliche „Rassismus-Skandal“ von Altglienicke letztlich keiner – die „Berliner Mischung“ ist im fraglichen Haus nicht an mehr als einer arabischen Familie interessiert. Die Hausverwaltung „Stadt und Land“ will sich den „Rassismus“-Schuh gleichwohl nicht anziehen. Sie hat jetzt einen externen „Compliance-Beauftragten“ gebeten, den Vorgang zu prüfen. (rk)

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