Berlin wird „dekolonialisiert“: Lüderitzstraße und Nachtigalplatz werden umbenannt

Berlin wird „dekolonialisiert“: Lüderitzstraße und Nachtigalplatz werden umbenannt
Wikimedia/Chrischerf/

Berlin. Im rot-rot-grün regierten Berlin macht die politisch korrekte Entsorgung der deutschen Geschichte besonders rasche Fortschritte. Schon seit längerer Zeit werden Pläne verfolgt, Dutzende Straßen und Plätze, die nach bedeutenden Personen der preußisch-deutschen Vergangenheit benannt sind, umzubenennen. Jetzt trifft es einen weiteren sensiblen Bereich – die deutsche Kolonialgeschichte. Die Hauptstadt soll „dekolonialisiert“ werden.

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Offiziell wurden nun die Umbenennungen der Lüderitzstraße sowie des Nachtigalplatzes im „Afrikanischen Viertel“ der Hauptstadt bekanntgegeben. Sie sollen Namen von „antikolonialen Widerstandskämpfern“ bekommen. Die Umbenennungen waren schon 2018 und 2019 beschlossen worden, allerdings hatte es rechtlichen Widerstand dagegen gegeben. Das Verwaltungsgericht wies die Klagen nun ab.

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Die Lüderitzstraße im Ortsteil Wedding wird fortan Cornelius-Fredericks-Straße heißen. Der Namensgeber war Eingeborenenführer, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Guerillakrieg gegen die Deutschen in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwest führte. Zuvor war sie nach Adolf Eduard Franz Lüderitz benannt, einem deutschen Großkaufmann und ersten deutschen Landbesitzer im damaligen Deutsch-Südwestafrika.

Der Nachtigalplatz soll künftig „Manga-Bell-Platz“ heißen. Die Namensgeber waren ein Königspaar in der früheren deutschen Kolonie Kamerun, Rudolf und Emily Duala Manga Bell. „Das Königspaar kämpfte gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Rudolf Duala Manga Bell wurde als Anführer des Widerstands hingerichtet“, heißt es offiziell vonseiten der Stadtverwaltung.

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Die Umbenennungen sind Bestandteil einer größeren Initiative zur „Dekolonialisierung“ von Berliner Straßen- und Plätzenamen. Weitere Namensänderungen sollen folgen. Geschäftsleute und Anwohner hatten sich immer wieder gegen die Änderungen gewehrt. Ladenbesitzer, Vereine und Arztpraxen reichten 2019 einen Sammelwiderspruch ein.

Die Berliner AfD hatte sich dafür ausgesprochen, keine „hypermoralischen Maßstäbe unserer Zeit“ an Persönlichkeiten früherer Jahrhunderte anzulegen. Sie schlug vor, die Straßen nicht gleich umzubenennen, sondern mit Hinweisschildern über den zeitlich-politischen Kontext ihrer Namensgeber aufzuklären. (rk)

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