Bayreuther Festspiele 2021: Absurdes Theater statt Richard Wagner
Bayreuth. Die Bayreuther Festspiele, die in diesem Sommer Corona-bedingt ausfielen, sollen 2021 wieder stattfinden - allerdings mit gravierenden Einschränkungen. So kursieren bereits Konzepte für eine drastisch eingeschränkte Besucherzahl während der Aufführungen. Festspiel-Sprecher Hubertus Herrmann ließ Medienvertretern gegenüber jetzt durchblicken. „Es gibt verschiedene Modelle mit Zahlen zwischen 200 und 1000 Besuchern.“ Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
2021 sind außerdem weniger Vorstellungen geplant als sonst im Bayreuther Festspielsommer üblich.
Problematisch wirkt sich die Corona-Krise auch finanziell aus. Normalerweise bestreiten die Festspiele den laufenden Betrieb zu 65 Prozent aus Einnahmen. Rund 15 Millionen Euro fielen infolgedessen 2020 weg, weil die Festspiele nicht stattfinden konnten. Auch im kommenden Jahr dürften erhebliche Einnahmen fehlen.
Auf dem Spielplan 2021 stehen nun neben der Neuproduktion „Der Fliegende Holländer“ mit der ersten Dirigentin der Festspielgeschichte, Oxana Lyniv, die Wiederaufnahmen der Produktionen „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tannhäuser“.
Außerdem sollen drei Vorstellungen der „Walküre“ dargeboten werden – aber nicht nach den Vorstellungen von Festspielgründer Richard Wagner (1813 – 1883), sondern „durch einen namhaften Performance-Künstler“, erklärte Festspielchefin Katharina Wagner. Es gibt noch weitere absurde Züge: so soll es 2021 – wegen des Corona-Abstandsgebotes – keinen Chor mehr auf der Bühne geben. „Da anzunehmen ist, daß die Pandemie immer noch vorhanden ist, planen wir jetzt, den Chor aus dem Chorsaal live zu übertragen“, sagte Wagner. „Szenisch werden Kleindarsteller auf der Bühne anstelle des Chores zu sehen sein.“ Da die Bayreuther Festspiele aber schon seit langem nur noch wenig mit Richard Wagner zu tun haben, fällt der Ersatz der Chormassen durch „Kleindarsteller“ nicht mehr groß ins Gewicht. (rk)
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