Bankrotterklärung des Staates: NRW schickt Polizei an Schulen
Düsseldorf. Im ganzen Land werden Schulen zusehends „hot spots“ der Gewaltkriminalität. Die Schulverwaltungen werden dem Problem nicht mehr Herr – erst dieser Tage wurde aus Baden-Württemberg bekannt, daß auch Übergriffe auf Lehrer um mehr als 150 Prozent innerhalb weniger Jahre zugenommen haben.
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In Nordrhein-Westfalen soll deshalb jetzt die Polizei an den Schulen mehr Präsenz zeigen. Das Pilotprojekt mit dem Titel „miteinander.stark.sicher – gemeinsam für eine gewaltfreie Schule“ wird zunächst für ein Jahr an 20 Schulen erprobt. Schulministerin Dorothee Feller (CDU) führt als Begründung an: „Wir beobachten ja, daß die Gewalt in der Gesellschaft zunimmt, und Schule ist immer ein Spiegelbild der Gesellschaft.“
Der Plan sieht vor, daß Polizisten gemeinsam mit Lehrkräften spezielle Unterrichtseinheiten in siebten Klassen durchführen, unter anderem mit Rollenspielen zur Konfliktbewältigung. Diese Jahrgangsstufe wurde gewählt, da hier die Strafmündigkeit mit 14 Jahren beginnt. Zusätzlich können Schulen freiwillig Beamte auf den Schulhof einladen, um den Kontakt zu den Schülern zu fördern. Lehrkräfte sollen zudem in Deeskalationstrainings geschult werden.
Innenminister Herbert Reul (CDU) unterstrich die Dringlichkeit der Maßnahme: „Immer mehr junge Menschen neigen zu Gewalt.“ Das Ziel sei, frühzeitig anzusetzen, um gewaltfreie Konfliktlösungen zu vermitteln. Feller wies darauf hin, daß es sich nicht um Überwachung handle: „Das ist keine Kontrollfunktion, eindeutig nicht, sondern es geht hier wirklich um Prävention.“
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Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund eines schweren Vorfalls an einem Essener Berufskolleg, bei dem eine Lehrerin mit einem Messer verletzt worden war.
Bildungsverbände wie der VBE und die GEW begrüßen die Initiative grundsätzlich, mahnen aber zusätzliche Ressourcen wie kleinere Klassen und mehr Schulpsychologen an. Daß für die Gewaltexplosion maßgeblich Schüler mit nichtdeutschem Hintergrund verantwortlich sind, versuchen Verbände, Polizei und Innenministerium unisono unter den Tisch zu kehren. (rk)
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