Bankenaufsichten warnen: Steigende Gefahr durch Kreditausfälle

Frankfurt/Main. Mahner hatten lange gewarnt, jetzt wird es auch für die Banken ernst: Europas Bankenaufseher fürchten im Gefolge der Corona-Krise eine auf die Banken zurollende Welle an Kreditausfällen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Der oberste Bankenaufseher der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Exekutivdirektor Raimund Röseler, warnte die Kreditwirtschaft vor zu viel Unbekümmertheit in der Corona-Krise. Viele Geldhäuser seien beim Thema Kreditausfälle nach wie vor „tiefenentspannt“, sagte er auf einer Veranstaltung des „Handelsblattes“. Aber: „Die Corona-Krise wird für viele Banken noch schmerzhafte Folgen haben“, fürchtet Röseler.

Auch die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) fürchten im schlechtesten Fall einen Anstieg der ausfallgefährdeten Kredite in den Bankbilanzen auf bis zu 1,4 Billionen Euro. Nach ihren aktuellen Statistiken liegen in den Bilanzen der Banken derzeit 503 Milliarden Euro an faulen Krediten.

Der Chef der EZB-Bankenaufsicht, Andrea Enria, betrachtet einen Anstieg der notleidenden Kredite inmitten der Corona-Krise als großes Problem für die Wirtschaft. Denn die Fähigkeit und Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe sinkt, wenn ihre Bilanzen und ihr Eigenkapital durch hohe Bestände an faulen Krediten belastet werden.

Vor wenigen Wochen hatte die Bundesbank die Banken schon vor der Pleitewelle gewarnt. Die Wertberichtigungen auf Kredite könnten sich gegenüber Juni ungefähr vervierfachen, auf 13 bis 15 Milliarden Euro, erwartet Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling.

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