Baerbocks „wertebasierte“ Außenpolitik: Hunger-Sanktionen gegen Niger
Berlin/Niamey. Man erinnert sich noch gut: eines der meistgehörten Argumente von Bundesaußenministerin Berbock (Grüne) gegen Kremlchef Putin lautet, dieser setze angeblich „Hunger als Waffe“ ein. Doch genau das will Baerbock jetzt selbst tun – und zwar gegen eines der ärmsten Länder der Welt.
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Der westafrikanische Staatenbund ECOWAS verhängte dieser Tage wegen der Entmachtung des bisherigen Präsidenten Bazoum Sanktionen gegen Niger. So sollen unter anderem 50 Container von UNICEF mit wichtigen Hilfsgütern, darunter Medikamente und Impfstoffe, blockiert werden. Dabei grassieren in Niger Armut und Hunger: fast zwanzig Prozent der Bevölkerung leiden an Unterernährung, 44,4 Prozent aller Kinder im Alter von unter fünf Jahren sind ernährungsbedingt in ihrem Wachstum gestört. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, legte deshalb Anfang der Woche offiziellen Protest gegen die Sanktionen der ECOWAS ein.
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„Das wird Leben kosten“, kritisierte auch der Leiter der Hilfsorganisation Action contre la faim, Gregor Robak-Werth. Außer Medikamenten stecken infolge der Sanktionen nun auch 6000 Tonnen Lebensmittel fest und dürfen nicht nach Niger eingeführt werden.
Bundesaußenministerin Baerbock findet das richtig. Sie befürwortet das Sanktionsregime der ECOWAS-Gruppe ausdrücklich. Darüber hinaus kündigte sie an, auch eigene Sanktionen gegen Niger auf den Weg bringen zu wollen. (rk)
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