Aufschrei der Transatlantiker: Deutsche Staatsfirma handelt mit russischem LNG-Gas

Aufschrei der Transatlantiker: Deutsche Staatsfirma handelt mit russischem LNG-Gas
Wikimedia/Jan Arrhénborg/AGA/

Berlin. Die deutsche Energiepolitik ist ein einziges Eingeständnis des Scheiterns. Erst recht seit Beginn des Krieges in der Ukraine, denn als Reaktion auf diesen kappte die Bundesregierung die Energielieferungen aus Rußland – und blamiert sich damit ein ums andere Mal. Entweder, weil sie damit nur der deutschen Wirtschaft schadet – oder weil sie bei ihren Rußland-Sanktionen inkonsequent ist.

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Jetzt der jüngste Fall: eigentlich will Berlin kein russisches Gas mehr. Aber ausgerechnet ein staatliches Unternehmen hat nun den Handel mit russischem LNG-Gas wieder aufgenommen. Die Securing Energy for Europe GmbH (SEFE), ein ehemaliges Tochterunternehmen des russischen Gasriesen Gazprom PJSC, will Anfang kommenden Monats russisches LNG aus der Yamal-Pipeline in Sibirien laden. Die Bundesregierung hatte die SEFE letztes Jahr verstaatlicht.

Eigentlich besteht kein Grund zur Aufregung, denn die Fracht ist für Indien bestimmt. Doch aus den USA kommt Kritik – Deutschland habe fest zugesagt, wegen des Ukraine-Krieges kein russisches Gas mehr zu handeln, schreibt der Wirtschaftsnachrichtendienst „Bloomberg“.

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SEFE soll die russische Fracht am 1. Oktober in Belgien übernehmen und später im Monat nach Indien liefern. „Deutsche Häfen sind an diesem Prozeß nicht beteiligt, ebenso wenig wie europäische oder deutsche Gasnetze“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Dennoch sind alle transatlantischen Wachhunde, für die jede Form der deutsch-russischen Kooperation ein Alptraum ist, alarmiert. Philipp Steinberg, ein hochrangiger Beamter in Habecks grünem Wirtschaftsministerium, verlangte, daß SEFE seine Vereinbarung zur Lieferung von LNG aus Rußland auflöst. Andernfalls würden die Kontroversen über die Verbindungen des Unternehmens zunehmen. Der Vertrag müsse „so schnell wie möglich beendet werden“, fordert Steinberg. (se)

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