Asylanten-Ansturm über den Ärmelkanal: London will Illegalen-Abwehr, Frankreich nicht

Asylanten-Ansturm über den Ärmelkanal: London will Illegalen-Abwehr, Frankreich nicht

Calais. Großbritannien und Frankreich bekommen die anhaltende Migrationskrise im Ärmelkanal offenbar nicht in Griff. Unerachtet eines Bootsunglücks, bei dem offenar 27 „Flüchtlinge“ in der Wasserstraße zwischen England und Frankreich ums Leben kamen, hält der Asylantenansturm auf die britische Insel an. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Die britische Regierung versucht schon seit geraumer Zeit vergeblich, Frankreich zu einer härteren Gangart gegenüber den Illegalen an der französischen Kanalküste zu bewegen. Angesichts der aktuellen Entwicklung wirbt London mit Nachdruck für gemeinsame Patrouillen.

Frankreich hat nun die für Migration zuständigen Minister mehrerer europäischer Länder zu einem Treffen in Calais eingeladen. Dabei sollen am Sonntag Vertreter Deutschlands, Belgiens, der Niederlande, Großbritanniens und der EU zusammenkommen. Dem französischen Innenministerium zufolge sollen dabei „Mittel und Wege zur Stärkung der polizeilichen, gerichtlichen und humanitären Zusammenarbeit“ festgelegt werden. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Der britischen Regierung unter Premierminister Johnson sind solche Nullaussagen zu wenig. Johnson beharrt darauf, daß Frankreich zu wenig tue, um die illegalen Überfahrten zu verhindern. Ein Sprecher des Premiers wies erneut darauf hin, daß London die französischen Kontrollen am Ärmelkanal bereits mit umgerechnet 62 Millionen Euro unterstützt. Das Geld sei dafür bestimmt, Migranten aufzuhalten. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

London sei „bereit, Ressourcen zu bieten. Wir sind bereit, Personal zu schicken und den französischen Behörden zu helfen.“ Das Geschäftsmodell der Menschenschmuggler müsse zerstört werden. Aus Frankreich kommt für solche Vorschläge allerdings keine Gegenliebe – der französische Präsident Macron beharrt darauf, daß das Flüchtlingsdrama nicht zu politischen Zwecken instrumentalisiert werde. Paris werde nicht zulassen, „daß der Ärmelkanal zu einem Friedhof wird“, sagte Macron. Solche Verlautbarungen kommen einer Einladung an weitere Illegale gleich. (mü)

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