Angst vor Unterwanderung: Wagenknecht-Partei bremst Mitglieder-Andrang
Berlin. Der Hype um die neue Wagenknecht-Partei BSW ist längst wieder vorbei. Die flächendeckende Aufstellung einer neuen Partei ist kein Selbstläufer. Auch in der Partei selbst legt man keinen Wert auf Schnelligkeit und rasch steigende Mitgliederzahlen. Der Parteivorstand will nicht, daß die Partei zu rasch wächst, denn man ist in Sorge vor einer Unterwanderung der neuen Partei – durch wenn auch immer.
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Vor einem Monat sagte Parteichefin Wagenknecht in einem dpa-Interview, daß „aktuell 8.000 Mitgliedsanträge vorliegen“. Doch viele müssen sich lange gedulden, bis sie eintreten dürfen. Nun berichtet die FAZ, daß Wageknecht selbst bei der Bewilligung auf die Bremse tritt.
Co-Chefin Mohamed Ali sprach dieser Tage offen aus, wovor man sich in der Partei fürchtet: „Wir haben ja keine Kontrolle darüber, wer sich bei uns als Unterstützer einträgt.“ Der dpa sagte sie: „Ich habe da auch schon munkeln hören, daß da gezielt Leute reingeschleust werden sollen, um uns zu stören seitens der extremen Rechten. Aber wir versuchen, das möglichst in den Griff zu bekommen.“ Ali gibt sich angesichts des Andrangs besorgt: „Man kann den Leuten halt nicht in den Kopf hineinschauen.“
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Doch in der Unterstützerszene und im parteinahen Umfeld sorgt das für Unverständnis. In der Facebook-Gruppe „BSW Bündnis Sahra Wagenknecht Diskussionsgruppe“ (über 7.000 Mitglieder) ist die Unruhe groß. Viele äußern ihre Enttäuschung und ihre Wut über die schleppende Zulassung der Mitgliedsanträge und den Generalverdacht gegen Unterstützer. Ein Facebook-Gruppenmitglied schreibt: „Es reicht schon nicht mehr, Mitgliedsanträge Tausender nicht zu bearbeiten! Nun werden von den ehemaligen Linken im Vorstand des BSW unverfroren sogar die Unterstützer als mutmaßliche ‚Unterwanderer‘ verdächtigt.“
Besonders die Co-Bundesvorsitzende Ali ist Zielscheibe des Unmuts. Das ganze Vorgehen habe mit einer „volksnahen Partei nichts zu tun“, schreibt eine Unterstützerin. Eine andere kommentiert: „Ich habe inzwischen das Interesse komplett verloren. Solch ein Umgang ist nicht seriös, da bin ich raus!“
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Viele beschweren sich, daß ehemalige Mitglieder der Linkspartei und nun auch Ex-Mitglieder von SPD und Grünen bevorzugt würden. „Der Normalbürger bleibt außen vor“, beschwert sich eine Kritikerin. Sie könne das „einfach nicht nachvollziehen“. Ein anderer Nutzer sieht es in der Facebook-Gruppe ähnlich: „Die ehemaligen erfolglosen Genossen bleiben vorerst gern unter sich. Wer zum neuen politischen Adel dazugehören will, muß erst durch eine Art ‚Gesinnungs-Nutzen-TÜV‘. Die Plätze werden extra knapp gehalten.“ Nach Volksbewegung und Erneuerungspartei sieht das alles nicht aus. (rk) Bild von Elmer L. Geissler auf Pixabay/Gemeinfrei Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
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