Alternative zu westlichen mRNA-Impfstoffen: Sputnik V soll in der EU zugelassen werden

Brüssel. Es ist eine glatte Geste der Hilflosigkeit. Nachdem die EU im hausgemachten Impfstoff-Desaster versinkt, will Brüssel nun notgedrungen auch auf den russischen Impfstoff Sputnik V zurückgreifen. Die europäische Arzneimittelagentur EMA eröffnet jetzt ein schnelles Prüfverfahren zur Zulassung von Sputnik V für die EU. Die Entscheidung basiere auf Ergebnissen von Laborversuchen und klinischen Studien bei Erwachsenen, teilte die EMA mit. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Laut vorliegenden Studien regt das vom russischen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie entwickelte Imfpstoff-Präparat Sputnik V die Bildung von Antikörpern gegen das Virus an und könne so eindeutig beim Schutz vor Covid-19 helfen. Wann eine Zulassung erfolgen könnte, ist noch nicht abzusehen.

In Ungarn und zahlreichen anderen Ländern wird Sputnik V bereits im großen Maßstab eingesetzt. In Italien setzt sich der Lega-Chef und frühere Innenminister Salvini sogar dafür ein, Sputnik V auch ohne EMA-Zulassung einzusetzen.

Rußland rechnet damit, daß mehrere weitere Länder noch im März eine Zulassung erteilen werden. Impfstoffe für 50 Millionen EU-Bürger könnten dann ab Juni an die Mitgliedstaaten geliefert werden. Der russische Impfstoff, der im Gegensatz zu den meisten anderen Impfstoffen kein genwirksames mRNA-Präparat ist, kann mit den anderen westlichen Impfstoffen in jeder Beziehung mithalten – die Wirksamkeit bewegt sich um die 90 Prozent, über Nebenwirkungen ist nichts bekannt, und preislich bewegt sich Sputnik V im unteren Segment, bietet sich mithin auch als preiswerte Alternative für ärmere Länder an. (mü)

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