Alarmierende Studie: Deutsche Ernährungssicherheit in Gefahr

Alarmierende Studie: Deutsche Ernährungssicherheit in Gefahr
Pixabay/Gemeinfrei

Frankfurt/Main. Hungersnöte in Deutschland? Das scheint heute unvorstellbar. Aber eine im Auftrag des Industrieverbands Agrar erstellte Untersuchung läßt aufhorchen. Sie prognostiziert alarmierende Rückgänge in der landwirtschaftlichen Produktion Deutschlands. Demnach könnte das Land beim Weizen vom Exporteur zum Nettoimporteur werden. Besonders gravierend sind die Prognosen im Obstbereich: hier drohen Einbußen von bis zu 46 Prozent.

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Der Agrarverband ruft in Erinnerung, daß schon der aktuelle Selbstversorgungsgrad in Deutschland nur noch bei 83 Prozent liegt. Besonders die Situation bei Obst, Gemüse und Ölsaaten gibt Anlaß zur Sorge, wo lediglich 20 bis 37 Prozent des Bedarfs durch heimische Produktion gedeckt werden können. Bereits heute stammt jeder zweite Apfel aus ausländischem Anbau.

Als Hauptursachen identifiziert die Studie den Klimawandel sowie regulatorische Beschränkungen. Extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Starkregen könnten die Durchschnittserträge in Zukunft um bis zu 20 Prozent reduzieren. Der Wegfall bestimmter Pflanzenschutz-Wirksstoffe könnte zusätzlich zu Ertragseinbußen von zehn bis 20 Prozent bei wichtigen Kulturen wie Weizen, Kartoffeln oder Zwiebeln führen.

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Frank Gemmer, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar, signalisiert zwar Entwarnung: „Wir werden auch morgen noch genug zu essen haben, weil wir wohlhabend genug sind, Lebensmittel zu importieren.“ Es gebe aber gute Gründe, „mit Innovationen die Produktion von Nahrungsmitteln im eigenen Land zu stärken“. Er fordert eine „breite Palette an wirksamen Pflanzenschutzmitteln“ für die Landwirte.

Die Studie empfiehlt eine gezielte Förderung innovativer Ansätze im Pflanzenbau sowie eine stärkere Abwägung zwischen ökologischen Zielen und Versorgungssicherheit. Zudem müsse die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft gesichert werden, um die Ernährungssouveränität nicht weiter zu gefährden. (rk)

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