Abgekartetes Spiel: Auch tschechische Rechte distanzieren sich von der AfD

Abgekartetes Spiel: Auch tschechische Rechte distanzieren sich von der AfD

Prag/Berlin. Nachdem sich der Rassemblement National (RN, vormals Front National) aus durchsichtigen wahltaktischen Motiven von der AfD distanziert hat, kommt die nächste Distanzierungserklärung aus der Tschechischen Republik. Die tschechische Partei Freiheit und direkte Demokratie (ID) hat ebenfalls erklärt, daß sie nicht mit der AfD in einer gemeinsamen europäischen Fraktion zusammenarbeiten wolle.

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Die Parteiführung habe dies aufgrund von Äußerungen von AfD-Vertretern über die Rolle von Deutschen in der SS beschlossen, erklärte Parteisprecherin Barbora Šťastná gegenüber der Tschechischen Nachrichtenagentur. „Die Präsidentschaft von Freiheit und direkter Demokratie distanziert sich entschieden und verurteilt die umstrittenen Äußerungen der führenden Politiker der AfD-Bewegung, die in ihren Äußerungen die Aktivitäten ehemaliger SS-Mitglieder verteidigen“, erklärte Šťastná.

Die tschechische Partei bezeichnete solche Äußerungen als völlig inakzeptabel. „ unterstützt und folgt den Schritten, die Marine Le Pen unter der Leitung des Rassemblement National in dieser Angelegenheit angekündigt hat“, hieß es.

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Hintergrund sind – historisch nicht zu beanstandende – Äußerungen des AfD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Maximilian Krah. Dieser hatte in einem Interview der italienischen Zeitung „La Repubblica“ erklärt, er würde niemals sagen, „daß jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war“.

Krah zog aus dem Wirbel um seine Äußerungen inzwischen die Konsequenzen und trat von seinem Posten im AfD-Parteivorstand zurück. „Ich nehme zur Kenntnis, daß sachliche und differenzierte Aussagen von mir als Vorwand mißbraucht werden, um unserer Partei zu schaden. Das Letzte, was wir derzeit brauchen, ist eine Debatte um mich. Die AfD muß ihre Einigkeit bewahren“, postete Krah am Mittwoch auf X. Die AfD scheint allerdings nicht bereit, das zu honorieren – sie belegte ihren Spitzenkandidaten inzwischen mit einem formellen Auftrittsverbot. Im Gespräch ist auch ein Parteiausschlußverfahren. Beim Wähler kommt soviel Solidarität innerhalb der eigenen Reihen sicher gut an. (mü)

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