63.000 Gewaltdelikte in Zügen und auf Bahnhöfen: Faeser bringt Messerverbot ins Gespräch
Berlin. Im März wartete die Polizeistatistik mit erschütternden Zahlen auf: demnach kam es im letzten Jahr in Deutschland zu unfaßbaren 63.000 Gewaltdelikten auf Bahnhöfen und in Zügen. Das sind statistisch 63 Delikte jeden Tag und 2,62 Straftaten pro Stunde. Aus der polizeilichen Eingangsstatistik ging außerdem hervor, daß 529 Polizisten der Bundespolizei 2022 an Bahnhöfen und in Zügen verletzt wurden, 68 Beamte wurden dienstunfähig.
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Während Bundesinnenministerin Faeser (SPD) bei anderen Delikten – oder auch nur Verdachtsfällen – oft schnell und mit der „vollen Härte des Gesetzes“ reagiert, brauchte sie über drei Monate, um auf die explodierende Gewaltkriminalität in deutschen Zügen zu reagieren. Jetzt äußerte sie sich – und sonderte Unausgegorenes ab.
Der „Bild“-Zeitung sagte sie: „Ich werde nächste Woche bei der Innenministerkonferenz ein generelles Messerverbot in Zügen und im gesamten öffentlichen Nahverkehr vorschlagen. Ich bin für ein Verbot, damit strikter kontrolliert und schlimme Gewalttaten verhindert werden können.“
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Faeser erläuterte ihre Initiative: „Die Bundespolizei kann die stichpunktartigen Kontrollen an Bahnhöfen erhöhen, genauso sollten die Länder mit ihren Polizeien handeln. Wer gegen das Waffenrecht verstößt, begeht eine Straftat, die streng geahndet werden kann.“
Ausgereift ist dieser Vorschlag allerdings nicht. Experten fragen sich, wie ein entsprechendes Gesetz, sollte es denn kommen, umgesetzt werden könnte. Wer unterscheidet, wann ein im Zug mitgeführtes Messer – zum Beispiel bei einem Wanderer im bayerischen Voralpenland – potentielles Mordinstrument ist, mit dem ein Verbrechen begangen werden kann? (tw)
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